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18.04.2003: "Literarische Aspekte von Weblogs"
Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus meiner Hausarbeit, der literarische Aspekte von Weblogs streift. Gespickt mit einigen Links, die in meiner Arbeit leiderleider zu viel des Guten wären... ;)
Es gibt in der Literatur verschiedene Autoren, die das System der Weblogs (und das ist vor allem das System der Verlinkung von Hypertext) schon umsetzten, lange bevor das Internet realisiert war. Wegweisend sind hier beispielsweise die „Zettelkästen“ von Autoren wie Arno Schmidt (hier noch mehr über ihn, bin halt doch Lokalpatriot *g*), Michael Ende und Niklas Luhmann. So wurde im Jahr 2000 eine CD-Rom mit den Inhalten von Luhmanns „Zettelkasten“ – aus dem seine gesamte Systemtheorie hervorging – veröffentlicht. Dieses Medium wird dem Selbstverständnis der Systemtheorie mit ihren vielen Querverweisen viel eher gerecht, als es Bücher jemals vermögen. HTML mit der Möglichkeit der Verlinkung des Hypertextes stand Luhmann nicht zur Verfügung. Er wäre ein begeisterter Blogger gewesen.
Auch Arno Schmidts „Zettels Traum“ ist nicht-lineare Literatur – fortlaufendes Lesen ist nahezu unmöglich, dem Leser bieten sich unzählige versteckte Hinweise auf Querverbindungen an. Den "Zettel des Tages" kann man bei der Arno-Schmidt-Stiftung Bargfeld anschaun.
Das System der Querverweise zwischen Textstücken ist also nicht neu. Hypertext – und hier vor allem die Weblog-Technologie mit ihrer leichten Bedienbarkeit auch für Laien – ist eine konsequente Fortsetzung dieser Ideen, die auch dem Medium Internet mit seiner unendlichen Informationslawine gerecht wird.
Hab ich nebenbei noch gefunden: Ne Hausarbeit von Sabine Ortmann (die übrigens zusammen mit Enno E. Peter ein interessantes Netz-Projekt mit dem Namen Berliner Zimmer hat... Thema der Arbeit: Niklas Luhmann: Die Realität der Massenmedien.