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14.04.2003: "Warblogs"

So, nun auch mal von mir verfasste "Wahrheiten"... Dieser Text wird in meiner Hausarbeit vorkommen (ein Kapitel habe ich ganz dem Thema "Warblogs" gewidmet), hier ist er leicht abgeändert:

Nach dem 11. September 2001 – und ganz aktuell, im Rahmen des Irakkrieges – schossen sogenannte „Warblogs“ wie Pilze aus dem Boden.
Nachdem in einer ersten Welle nach dem 11. September hunderte neue Weblogs entstanden, in denen Menschen ihre Eindrücke und Gefühle rund um „01/09/11“ diskutierten, wird nun im Irak-Krieg das Weblog anscheinend endgültig gesellschaftsfähig – nicht nur in den USA. Fast jede Rundfunkanstalt oder größere Zeitung hat eine Linksammlung mit sogenannten „War related Weblogs“.
Genauso wie es Sitte geworden zu sein scheint, mit dem Truppen Medienberichterstatter als „embedded journalists“ in den Krieg zu schicken, ist es fast ebenso selbstverständlich, dass diese „embedded journalists“ in ihren Warblogs eindrücklich und fast minutiös ihre Erlebnisse schildern (z.B. das Weblog von Fotograf Grant M. Haller, „Aboard the USS Abraham Lincoln“. So wird uns als Rezipienten die zweifelhafte Ehre gewahr, die ersten Menschen zu sein, die via Medienberichterstattung einen Krieg live im Wohnzimmer, auf der Arbeit oder in der Kneipe verfolgen können. Ob jedem der bitterernste Unterschied zu Live-Sendungen wie Big Brother deutlich wird, ist fraglich.

Eine Auflistung von „Weblogs and Diaries from Embedded Journalists“ bietet Cyberjournalist.

Aber selbstverständlich existieren auch jede Menge Weblogs von Kriegsgegnern - zum Teil sehr organisiert. So zu finden auf Seiten wie Blogs Against War oder PeaceBlogs.

In der Blogger-Szene wird die Entwicklung rund um Warblogs oft sehr skeptisch betrachtet. Ein Posting von Irene Kris im Weblog Elephäntville vom 31.03.2003:

„Eigentlich war der Begriff Warblog vor dem Irakkrieg von Konservativen belegt. Die Meisten von denen glauben, sie sind im 3. Weltkrieg. Inzwischen ist das nicht mehr ganz so klar. Einerseits gibt es Weblogs zum Krieg von jedem politischen Blickwinkel, die sich selber als Warblog bezeichnen. andererseits gibt es Peaceblogs, also Weblogs von Leuten, die gegen den Krieg sind, aber trotzdem nicht vorrangig ueber den Krieg berichten.
Wenn es nach mir geht, dann sollten alle Wörter verboten werden, die auf "blog" enden.“

Ergreifend sind die Blogs von Menschen, die den Krieg vor ihrer Haustür haben – und weder einen massenmedialen Auftrag zu erfüllen haben noch von ideellen Motiven getrieben werden. Sie schildern einfach, was ihnen in ihrer Heimat, ihrem „normalen“ Leben widerfährt. So verfolgt ein Großteil der Bloggerszene momentan gespannt, aber auch ängstlich das Schicksal eines Bloggers namens Salam Pax, der in seinem Blog Where is Raed? seine Kriegserlebnisse schildert. Da im Irak seit den ersten Kriegstagen faktisch kein Internetzugang mehr existiert - die Satelliten- und Kabelverbindungen ins Netz, die vor allem im irakischen Informationsministerium gebündelt worden waren, wurden zerstört – wartet nahezu die gesamte Blogger-Gemeinde ängstlich auf ein Lebenszeichen eines aus ihrer Mitte.


Replies: 3 Kommentare

@Irene:
Oh, danke!
Das hätte ich jetzt fast falsch in meine Hausarbeit eingebaut... ;)

@Cyberwriter: thx für die Links, werds mir anschaun! :)

Marlene said @ 04/15/2003 11:32 PM CST

Der verlinkte Eintrag bei Elephänt ist zwar von mir, aber den zitierten Kommentar hat Kris geschrieben.

Irene said @ 04/15/2003 03:13 PM CST

Du findest verschiedenes zu Blogging auch auf dme Portal von www.twoday.net.
http://bildung.twoday.net oder auch die Weblog-Praxis: http://wp.twoday.net

oder auch hier gibt's noch einige links: http://cyberwriter.twoday.net (unter blogging oder auch presse)

Cyberwriter said @ 04/15/2003 01:55 PM CST

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