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05/02: Kölner Aufruf gegen Computergewalt

Der Kölner Aufruf gegen Computergewalt, unterzeichnet u.A. von dem bekannten Prof. Dr. Christian Pfeiffer, wendet sich vehement gegen "Computergewalt". Dabei wird kräftig polemisiert.

Der Aufruf beginnt mit folgendem Absatz:
"5-, 15- und 25jährige sitzen heute Stunden, Tage und Nächte vor Computern und Spielekonsolen. In „Spielen“ wie „Counter-Strike“, „Doom 3“, „Call of Duty“, „Halo 3“, “Crysis”, “Grand Theft Auto IV“ u.a. üben sie systematisches und exzessives Töten mit Waffen vom Maschinengewehr bis zur Kettensäge. Sie demütigen, foltern, verstümmeln, zerstückeln, erschießen und zersägen Menschen an ihren Bildschirmen."



Weiterhin schafft der Aufruf Kausalzusammenhänge und beruft sich dabei auf nicht näher erwähnte Studien:

"Belegt ist:
Je brutaler die Spiele sind und je mehr Zeit die Kinder damit vergeuden, desto schlechter sind die Schulleistungen. Viele Eltern sind verzweifelt, Lehrerinnen und Lehrer haben mit steigender Brutalität und Schulversagen zu kämpfen.
"

Und weiter:

"Kritik an Computerspielen wird als „unwissenschaftlich“ diffamiert. Tatsächlich gibt es aber keinen sogenannten
„Wissenschaftsstreit“: Über 3500 empirische Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Mediengewalt und gesteigerter Aggressivität.
"

Hierbei wird keine einzige Studie genannt. Dass ein Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Agressivität/schlechten Schulnoten besteht ist keinesfalls einhellige Meinung in Fachkreisen.

Kritik an Computerspielen ist nicht automatisch "unwissenschaftlich". Dass aber unwissenschaftliche Kritik an Computerspielen kritisiert wird, müssen sich die Kritiker aber gefallen lassen.

"Zudem arbeiten Computerspielindustrie und Militär in Forschung, Entwicklung und Anwendung eng zusammen: Spielentwicklung und Forschungen über militärische Simulationen ergänzen einander."

Es gibt Spiele, welche in Zusammenarbeit mit dem Militär erstellt werden. Es gibt auch Fälle wo das Militär an Spieletechnologie interesse bekundet. Dies ist weitläufig bekannt.

Allerdings wird hierbei der historischer Kontext ausser Acht gelassen: Spiele haben sich sehr früh an Militärischen Simulationen sogenannten MilSims orientiert. Gerade das Genre der Strategiespiele (besonders Rundenbasierte) ist stark hiervon beeinflusst. Neben dem Sportgenre (Pong, Tennis for Two) war mit Spacewar! ein Shooter eines der ersten Spiele überhaupt.

"Games-Konzerne dienen somit als Teil des militärisch-industriell-medialen Komplexes dazu, mit „Spielen“ die künftigen Soldaten heranzuziehen. Das Alltagsleben wird vom Krieg durchdrungen, um Akzeptanz für die derzeitigen und künftigen Kriege zu schaffen. Diese Spiele sind somit massive Angriffe auf Menschenrechte, Völkerrecht und Grundgesetz. Warum also wird hiergegen nichts unternommen?"

In diesem Abschnitt zeigt sich wieder eine deutliche generalisierung der Thematik. Was ist mit Games-Konzerne gemeint? Nintendo? Wohl kaum.
Für jemanden der nicht allzusehr mit der Materie vertraut ist, klingen obige Zitate als ob alle Spielekonzerne generell mit dem Militär zusammenarbeiten. Das dies nicht die Regel ist wird aussen vorgelassen.

Natürlich wird unser Alltagsleben von Krieg durchdrungen. Deutschland ist an zig Auslandseinsätzen beteiligt. Junge Leute meines Alters kommen mit Kriegsschäden aus dem Ausland wieder. Krieg ist wieder politisch Korrekt, auch wenn er anders genannt wird.

Warum nun ausgerechnet die Spiele "massive Angriffe auf Menschenrechte, Völkerrecht und Grundgesetz" darstellen bleibt mir unverständlich. Sie spiegeln die traurige Realität der Welt.

Krieg muss kritisiert werden. Kriegs- und Gewaltspiele auch. Leider ist es bei letzterem üblich (es scheint sogar zum guten Ton zu gehören), dass stark Schwarz-Weiss gemalt wird. Es hilft niemandem wenn generalisiert und ein Medium verteufelt wird. Genau dies macht aber der Aufruf.

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